Optimal vorsorgen – Was gilt es bei der Altersvorsorge zu beachten?

Optimal vorsorgen
23. August 2021
Das Wichtigste im Überblick
  • Der demografische Wandel und steigende Lebenshaltungskosten sind nur zwei von vielen Gründen warum Altersvorsorge wichtiger denn je ist.

  • Seien Sie gründlich bei der Berechnung Ihrer Vorsorgelücke.

  • Das Schweizer Rentensystem basiert auf dem 3-Säulen-System.

  • Die private Altersvorsorge ist besonders für Frauen wichtig.

  • Es kann zwischen klassischen und fondsgebundenen Pensionsversicherungen unterschieden werden.

Altersvorsorge ist wichtiger denn je 

Wissen Sie, wie hoch Ihre Vorsorgelücke ist? Die Kluft zwischen Ihrem finanziellen Bedarf in der Pensionierung und der zu erwartenden Rente wächst. Darum ist es wichtig, sich frühzeitig um die Altersvorsorge zu kümmern. Aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten, Inflation und einem sinkenden Rentenniveau wird die sogenannte Vorsorgelücke immer grösser. Ein heute 40-Jähriger wird nicht die gleiche Rente erhalten wie ein heute 65-Jähriger. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

1. Der demografische Wandel

Die Schweizer Bevölkerung wird zunehmend älter. Da sich die AHV durch ein Umlageverfahren finanziert, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es zukünftig mehr Rentenbezieher als Beitragszahler geben wird.

2. Steigende Lebenshaltungskosten

Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten aufgrund von Inflation. Hat man pro Monat CHF 5’000 zur Verfügung, wird man sich in Zukunft aufgrund steigender Preise weniger von dem Geld leisten können als heute.

3. Unterschied zwischen letztem Einkommen und Rente

Die gesetzliche Rente fällt deutlich geringer aus als das letzte Netto-Gehalt, welches man als Erwerbstätiger verdient. Bei der einfachen Berechnung der Vorsorgelücke wird meistens die Differenz zwischen dem letzten Gehalt und der gesetzlichen Rente betrachtet.

Tatsächlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle bei der Berechnung der effektiven Vorsorgelücke. Denn es geht um den gewohnten Lebensstandard. Diesen können viele Menschen nach der Pensionierung nicht halten, wenn sie kein Geld gespart haben. 

Wie berechnet man die persönliche Rentenlücke? 

Die einfache Formel Vorsorgelücke = letztes Netto-Gehalt – Rente liefert kein aussagekräftiges Resultat, da eine solche Berechnung von einigen Faktoren verzerrt wird. Deshalb sollte man in die Berechnung der Rentenlücke folgende Dinge einbeziehen:

  • Die zu erwartende gesetzliche Rente 
  • Weitere Einnahmequellen (private Altersvorsorge, betriebliche Altersvorsorge, Mieteinnahmen, Auszahlungen aus Sparplänen etc.) 
  • Der persönliche Steuersatz, der vom Renteneintrittsjahr abhängig ist 
  • Die steigende Lebenserwartung (Langlebigkeitsrisiko)
  • Dynamische Änderungen im Rentensystem (z. B. Renteneintrittsalter)
  • Der Wertverlust aufgrund von Inflation (angenommene Inflationsrate 2 % pro Jahr)
  • Die zu erwartenden Lebenshaltungskosten nach Renteneintritt

Seien Sie gründlich bei der Berechnung der Vorsorgelücke. Machen Sie sich auch konkret Gedanken über die Ausgaben, mit denen Sie nach der Pensionierung rechnen. Je genauer Sie zu erwartende Einnahmen und Ausgaben kennen, desto besser können Sie die private Altersvorsorge auf Ihre Bedürfnisse ausrichten.

Welche Formen der Altersvorsorge gibt es?

Das Schweizer Rentensystem basiert auf dem 3-Säulen-System

  1. Staatliche Vorsorge (AHV/IV)
  2. Berufliche Vorsorge (BVG/UVG)
  3. Private Vorsorge (gebundene und freie Vorsorge)
Das Schweizer Rentensystem basiert auf dem 3-Säulen-System.
Das Schweizer Rentensystem basiert auf dem 3-Säulen-System.

Wie fördert der Staat die private Altersvorsorge?

Die Schweiz fördert Ihre private Altersvorsorge im Rahmen der Säule 3a. Sie ist auch bekannt als die gebundene Vorsorge. Sie profitieren besonders von der Säule 3a, weil Sie die Beiträge von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen können. Damit geniesst die Säule 3a umfassende Steuervorteile und Sie profitieren von steuerlichen Einsparungen. Folgende Beträge können Sie ab 2021 maximal abziehen, wenn Sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen:

  • CHF 6'883 pro Jahr, wenn Sie einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angehören, also in eine Pensionskasse einzahlen.
  • Bis zu 20% des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens CHF 34'416 pro Jahr wenn Sie keiner Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angehören. Dieser Betrag ist meist auf Selbstständige anwendbar.1

Auch beim Bezug des Guthabens in der Pensionierung können Sie Steuern sparen. Bezüge werden separat vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Steuersatz – der Kapitalauszahlungssteuer – besteuert.

Gut zu wissen

Die Kapitalauszahlungssteuer ist progressiv. Das bedeutet für Sie, dass beispielsweise bei einem Betrag von CHF 200'000 mehr als doppelt so hohe Steuern anfallen wie bei CHF 100'000.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, mehrere 3a-Konten oder 3a-Wertschriftendepots zu führen und diese in unterschiedlichen Jahren aufzulösen. Durch den gestaffelten Bezug lässt sich die Steuerprogression gekonnt umgehen.

Warum ist die private Altersvorsorge besonders für Frauen wichtig?

Es gibt einige Gründe, warum insbesondere für Frauen eine private Altersvorsorge sehr wichtig ist: 

  • Frauen arbeiten öfter in Teilzeit und durchschnittlich lediglich 40 Jahre. Zum Vergleich: Männer arbeiten im Durchschnitt 44 Jahre und zahlen somit deutlich mehr in die gesetzliche und/oder betriebliche Altersvorsorge ein.2
  • Statistisch gesehen leben Frauen länger als Männer. Das bedeutet, Frauen sollten sich für einen längeren Zeitraum im Alter absichern.
  • Das Lohnniveau ist bei Frauen immer noch niedriger als bei Männern. Damit fallen auch die durchschnittlichen Einzahlungen in die gesetzliche und betriebliche Altersvorsorge geringer aus als bei Männern.

Welche Vorteile hat eine private Pensionsversicherung? 

Ziel der privaten Pensionsversicherung ist es, Ihre Vorsorgelücke im Alter bestmöglich zu schliessen. Eine der grössten Herausforderungen dabei ist die Ungewissheit über Ihr Sterbealter. Sie hoffen bestimmt, dass Sie gesund bleiben und ein hohes Alter erreichen. Aber aus finanzieller Sicht bedeutet das, dass die Ersparnisse aus der Altersvorsorge länger reichen müssen. Dieses sogenannte Langlebigkeitsrisiko wird durch die private Pensionsversicherung abgesichert. Das ist einer der Hauptvorteile von privaten Pensionsversicherungen: Sie sichern in der Regel eine lebenslange Rente zu. 

Ausserdem bieten private Pensionsversicherungen Ihnen hohe Sicherheit, da bei Abschluss garantierte Leistungen definiert werden können. Diese müssen dann im Rentenalter von der Versicherung erbracht werden. Damit haben Sie eine solide Rechengrundlage für Ihre Vorsorge. 

Je nach Vereinbarung und Versicherung können Sie sich zusätzlichen finanziellen Schutz vor den Folgen von Invalidität und Erwerbsunfähigkeit sichern. Darüber hinaus kann die Versorgung Ihrer Angehörigen durch Todesfallleistungen geregelt werden, sollten Sie vorzeitig versterben. 

Welche Pensionsversicherung ist für Sie die richtige?

Haben Sie einmal beschlossen, eine Pensionsversicherung abzuschliessen, steht Ihnen eine breit gefächerte Auswahl an Versicherungsprodukten zur Verfügung. Sie haben nun die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Pensionsversicherungen und sollten deshalb wissen, wie sich diese unterscheiden. 

Grundsätzlich kann zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Pensionsversicherung unterschieden werden. Beide funktionieren nach demselben Grundprinzip: Sie leisten monatliche Einzahlungen in einen Sparplan und erhalten diese in Form einer Rente nach der vertraglich vereinbarten Laufzeit ausbezahlt.

Massgebender Unterschied der beiden Versicherungsformen ist deren Verzinsung. Bei der klassischen Pensionsversicherung wird ein Garantiezins, also ein festgelegter Zinssatz, vereinbart. Bei der fondsgebundenen Pensionsversicherung hingegen profitieren Sie von den Renditechancen am Kapitalmarkt. Das heisst Sie haben eine höhere Chance auf mehr Rendite, gehen aber gleichzeitig ein gewisses Risiko ein.

Welche Pensionsversicherung für Sie die richtige ist, hängt folglich davon ab, welche Erwartungen an die Rendite Sie haben und wie risikobereit Sie sind. Sie sollten abwägen, ob Sie lieber auf Nummer sicher gehen möchten und eine klassische Pensionsversicherung wählen oder ob Sie ein gewisses Risiko eingehen möchten und dadurch möglicherweise auch einmal Marktschwankungen aussitzen müssen. Ein wichtiger Faktor hierbei ist Ihr Alter. Bei fortgeschrittenem Alter empfiehlt es sich in der Regel, auf sicherere Anlageprodukte zu setzen. Sind Sie jedoch noch jung und verfolgen einen langen Anlagehorizont, sind Sie mit einer fondsgebundenen Pensionsversicherung besser bedient.

Welche Kennzeichen hat eine gute fondsgebundene Pensionsversicherung? 

Beitragsgarantie

Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Durch die Beitragsgarantie soll versichert werden, dass mindestens die Beträge, die Sie eingezahlt haben, Ihnen bei Renteneintritt dann auch wirklich zur Verfügung stehen. Dadurch wird verhindert, dass starke Kursschwankungen Ihnen Verluste verursachen.

Beispiel

Eine 23-jährige Frau zahlt monatlich CHF 100 in eine fondsgebundene Pensionsversicherung ein. Mit 64 Jahren soll die Rentenzahlung beginnen. Zu diesem Zeitpunkt wird garantiert, dass mindestens die eingezahlten Beiträge, also 12 x CHF 100 x 41 Jahre = CHF 49’200, zum Rentenbeginn zur Verfügung stehen. Unabhängig von der Entwicklung der Investmentfonds.

Möglichkeiten zur Individualisierung für mehr Flexibilität

Auch bei der Altersvorsorge sollten die individuellen Bedürfnisse beachtet werden. Schliesslich sind wir alle Individuen mit verschiedenen Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass der Anbieter Ihrer Altersvorsorge-Produkte Ihnen Flexibilität hinsichtlich verschiedener relevanter Faktoren ermöglicht. Beispiele hierfür könnten sein:

  • Ihr individueller Rentenbeginn
  • Flexible Beitragsgestaltung
  • Individuelle Rentengarantiezeit

Ablaufmanagement 

Das Ablaufmanagement bedeutet, dass zum Ende der Ansparphase das Fondsguthaben in sicherere Fonds verlagert wird. Damit wird der planmässige schrittweise Ausstieg aus risikoreichen Fonds in solche mit geringeren Kursschwankungen umgesetzt. Die Absicht dahinter ist das systematische Umschichten (Shiften) des Kapitals, damit erreichte Gewinne abgesichert werden.

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