Wie beugen Sie der Altersarmut vor?

Altersarmut
23. August 2021
Das Wichtigste im Überblick
  • Ein schweizer Pensionär, der weniger als CHF 2’279 monatlich zur Verfügung hat, ist von Altersarmut betroffen

  • Es gibt viele Gründe für Altersarmut 

  • Die AHV-Rente allein reicht nicht aus, um Altersarmut zu vermeiden

  • Einzahlungen in die 3. Säule sind wichtig, um Altersarmut zu vermeiden

Wer in der heutigen Zeit die Presse verfolgt, ist mit Sicherheit schon einmal mit dem Begriff Altersarmut in Berührung gekommen. Gerade im Zusammenhang mit einer alternden Bevölkerung, niedrigen Zinsen und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit sinkender Pensionen taucht der Begriff Altersarmut regelmässig als mögliche Folgeerscheinung auf. 

Doch was genau hat es mit diesem Begriff auf sich? Und könnten auch Sie im Alter davon betroffen sein? Wir klären die wichtigsten Fragen und zeigen Ihnen im Folgenden, wie Sie sich vor einer möglichen Altersarmut schützen können.

Altersarmut – Wer ist betroffen?

Zunächst stellt sich die Frage, was genau unter Altersarmut zu verstehen ist. Dafür gibt es verschiedene Definitionen. Stark vereinfacht gesagt, leiden Menschen unter Altersarmut, wenn sie im Pensionsalter Defizite bei verschiedenen Merkmalen des Lebensstandards haben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich jemand nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten kann oder es an Dingen wie einem Telefon oder sogar einer Wohnung fehlt. Der zugrunde liegende Massstab für den Lebensstandard kann von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. In der Schweiz liegt die Armutsgrenze für Alleinstehende bei durchschnittlich CHF 2’279 pro Monat (Stand 2019).1 Wenn ein Mensch im Alter demnach einen ähnlichen Betrag oder sogar weniger nach Abzug seiner Wohnkosten zur Verfügung hat, ist er laut Definition von Altersarmut betroffen.

Was sind die Ursachen für Altersarmut?

Die Gründe für Altersarmut können zahlreich sein. Nachfolgend finden Sie ein paar Punkte, die zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Niedrige Pension durch zu geringe Einzahlungen in die 3 Säulen
  • Fehlendes oder zu geringes Einkommen im Alter
  • Krankheit
  • Aussergewöhnliche Belastungen (Pflege von Angehörigen, Reparaturen)
  • Schulden
  • Fehlende Ersparnisse

Es kann Gründe für Altersarmut geben, die Sie sicherlich nicht vorhersehen können, wie beispielsweise eine Erkrankung. Interessant ist aber auch, dass es Ursachen für Altersarmut gibt, die Sie durchaus schon frühzeitig beeinflussen können. Dazu zählen zum Beispiel das Vermeiden von Schulden oder einer zu geringen Pension. Durch eine frühzeitige Altersvorsorge lassen sich solche Risiken vor der Pensionierung minimieren, sodass Sie Ihren Ruhestand sorgenfrei und selbstbestimmt geniessen können.

Die AHV-Rente in der Schweiz – Ausreichend, um Altersarmut zu vermeiden?

Wer nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze pensioniert, hat im Normalfall Anspruch auf die regelmässige Zahlung einer gesetzlichen Rente. Das ordentliche Rentenalter liegt derzeit bei Frauen bei 64 Jahren und bei Männern bei 65 Jahren. 

Für eine fundierte Altersvorsorge ist es von hoher Relevanz, dass Sie sich darüber im Klaren sind, wie hoch Ihre AHV-Rente voraussichtlich sein wird und welche Faktoren darauf einwirken. Folgende drei Faktoren sind dabei die wichtigsten:

  1. Ihre anrechenbaren Beitragsjahre, also die Beitragsdauer, für die Sie in die AHV eingezahlt haben.
  2. Ihr durchschnittliches Jahreseinkommen. Damit sind die Einkommen gemeint, auf die Beiträge gezahlt worden sind.
  3. Gegebenenfalls können Ihnen Erziehungs- und Betreuungsgutschriften angerechnet werden. Das trifft auf Personen zu, die während ihrer beitragspflichtigen Lebensphase Kinder unter 16 Jahren betreut haben. Gleiches gilt für Betreuungsgutschriften bei der Pflege von Verwandten.

Grundsätzlich ist die Berechnung Ihrer AHV-Rente ein recht komplexes Unterfangen. Am einfachsten gelangen Sie an eine verlässliche Auskunft, indem Sie eine Rentenvorausberechnung bei der Ausgleichskasse beantragen. Dafür wenden Sie sich an die Ausgleichskasse, an die für Sie zuletzt Beiträge bezahlt wurden. Für Personen ab dem 40. Lebensjahr ist eine Rentenvorausberechnung alle fünf Jahre kostenlos.

Nach aktuellem Stand (2021) beträgt die ordentliche Vollrente im Rahmen der 1. Säule für Alleinstehende mindestens CHF 1’195  und maximal CHF 2’390. Im Schnitt beziehen lediglich rund 20% aller Rentenberechtigten die ordentliche AHV-Vollrente.

Zudem basiert das Schweizer Rentensystem auf einem Umlagesystem. Das heisst, vereinfacht ausgedrückt, Beiträge, die Sie jetzt zahlen, werden an die heutigen Rentner ausgezahlt. Ihre Rente wird dann von der nächsten arbeitenden Generation aufgebracht. So kann für die Zukunft nicht mit einer bestimmten Rente gerechnet werden, da viele Faktoren noch unsicher sind. Insbesondere die Überalterung der Gesellschaft könnte hierbei zum Problem werden: Zahlen immer weniger junge Menschen bei zeitgleich immer mehr Pensionierenden in die AHV ein, so wird es schwierig, eine bestimmte Höhe der Rente zu gewährleisten. Da sich diese Situation in Zukunft tendenziell verschärfen wird, kann davon ausgegangen werden, dass die AHV-Rente in vielen Fällen nicht ausreichen wird, um Altersarmut zu vermeiden.

Was tun gegen Altersarmut?

Es sprechen viele Gründe dafür, dass die AHV-Rente in Zukunft möglicherweise nicht ausreichen könnte, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Jedoch ist es kein Hexenwerk, das eigene Risiko deutlich zu senken. Was können Sie also tun, um Altersarmut zu vermeiden? Wichtig ist vor allem, sich frühzeitig Gedanken zu machen und proaktiv zu handeln. 

Kümmern Sie sich aktiv um Einzahlungen in die 3. Säule – Durch aktives Sparen und Anlegen beispielsweise in Form einer fondsgebundenen oder einer kapitalbildenden Lebensversicherung können Sie ein finanzielles Polster für das hohe Alter schaffen. Ein flexibler Vorsorgeplan hilft Ihnen dabei, die richtige Lösung für Sie zu finden.

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