Die 3. Säule – Wohlstand für Ihren Lebensabend aufbauen

Die 3. Säule – Wohlstand für den Lebensabend aufbauen
23. August 2021
Das Wichtigste im Überblick
  • Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Sie im Alter Ihren Lebensstandard von der 1. und 2. Säule finanzieren können.

  • In der 3. Säule wird zwischen der Säule 3a - der gebundenen Selbstvorsorge - und der Säule 3b - der freien Selbstvorsorge - unterschieden.

  • In der Säule 3a können Sie zwischen einem Bank- oder Versicherungsprodukt wählen.

  • In der Regel sind mehrere Säule 3 Konten vorteilhaft.

  • Auszahlung Ihrer Säule 3 können Sie viel Steuern sparen.

Warum ist die 3. Säule besonders wichtig?

Das Schweizer Rentensystem steht seit geraumer Zeit vor der Herausforderung, dass die Finanzierung der Altersvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger immer unsicherer geworden ist. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Sie im Alter Ihren Lebensstandard von der 1. und 2. Säule finanzieren können.

Gut zu wissen

Grund dafür ist die Kombination aus steigender Lebenserwartung der Menschen und der Finanzierung der AHV. Da sich die AHV durch das Umlageverfahren finanziert, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es zukünftig mehr Rentenbezieher als Beitragszahler gibt.

Die 3. Säule ist freiwillig. Deshalb hat nur rund die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer überhaupt eine 3. Säule. Allerdings ist es bereits seit längerer Zeit allgemein bekannt, dass die 1. und 2. Säule bei weitem nicht mehr das letzte Einkommen vor Ihrer Pension abdecken. Ausserdem ist der Gedanke, dass man nach der Pensionierung weniger Geld braucht als davor, ein grosser Trugschluss. Deshalb hat die private Vorsorge in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Wollen Sie Ihren gewohnten Lebensstandard im Pensionsalter aufrecht erhalten, ist eine private Vorsorge unabdingbar. 

Formen der privaten Vorsorge in der Schweiz

Säule 3a – gebundene Selbstvorsorge

Wenn Sie in die Säule 3a einzahlen möchten, wählen Sie zum Beispiel eine Versicherung und leisten an diese regelmässige Geldeinzahlungen. Die geleisteten Beträge können von Ihrem steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Auch Kapitalgewinne sind steuerfrei. So profitieren Sie von steuerlichen Einsparungen und sorgen gleichzeitig für das Alter vor.

Säule 3b – freie Selbstvorsorge

Die freie Selbstvorsorge umfasst alle Sparmassnahmen, die nicht unter die Säule 3a fallen. Massgebend ist hierbei, dass Sie im Rahmen der Säule 3b an keine feste Vorsorgeform gebunden sind. Sie können diese frei wählen. Ihre freiwillig angesparten Vermögenswerte dienen dem Vermögensaufbau. Gängige Beispiele für die Anlageformen zur freien Selbstvorsorge sind unter anderem Versicherungen, Aktienfonds oder Immobilien.

Worin unterscheiden sich Säule 3a und 3b?

Säule 3a gebundene Vorsorge
Säule 3b freie Vorsorge

Produkte

Sparkonto 3a, Wertschriftenkonto 3a, Versicherungspolice 3a

Frei wählbar, z.B. Versicherung, Aktien, ETF-Sparpläne, Immobilien

Steuerliche Aspekte

Staatliche Förderung, da Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abziehbar sind. Kapitalzuwächse sind steuerfrei.

Keine steuerlichen Abzüge und Kapitalzuwachs ist steuerpflichtig.

Verfügbarkeit des Kapitals

Frühestens fünf Jahre vor AHV-Bezug respektive Pensionierung

Frei wählbar je nach Anlageform

Lieber eine Versicherung oder ein Bankkonto?

Bedenken Sie bei der Entscheidung Ihrer 3. Säule bei einer Versicherung oder bei einer Bank abzuschliessen, wie langfristig Ihr Anlagehorizont ist. Bei einer Bankenlösung sind Sie flexibler und können diese meist beliebig nach einer kurzen Zeit wechseln. Anders verhält es sich bei einer 3a-Versicherungspolice. Hier sind Sie in der Regel langfristig an Ihren Versicherungsanbieter gebunden. 

Versicherungsanbieter haben jedoch den massgeblichen Vorteil, dass sie Ihnen z.B. Risikoschutz für den Erwerbsausfall bieten können. Das bedeutet, dass Ihre festgelegten Sparbeträge im Ernstfall weiterhin von der Versicherung einbezahlt werden. Für den Ablebensfall kann eine individuelle Todesfallsumme festgelegt werden, welche im Fall der Fälle an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Diese Absicherungen eignen sich beispielsweise insbesondere für Personen, die einen wichtigen Beitrag zum Familieneinkommen leisten. So gesehen ist eine Versicherungslösung verbindlicher und wird tendenziell gewählt, wenn für Sie die Sicherheit im Vordergrund steht. Bankenlösungen für die Säule 3a bieten diesen Risikoschutz nicht an. 

Ausserdem haben Sie mit einer Versicherungslösung das Langlebigkeitsrisiko abgesichert, das heisst Sie müssen sich keine allzu grossen Gedanken machen wie alt Sie werden – Sie bekommen Ihre Rente bezahlt.

Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob Sie ein Bank- oder ein Versicherungsprodukt wählen. Sie profitieren von beiden Lösungen steuerlich. Eine Kombination von beiden Lösungen ist auch möglich, solange die gesetzlichen Maximalbeträge eingehalten werden.

Wie viel darf ich maximal jährlich in die Säule 3a einzahlen?

Ihre Beiträge in die Säule 3a sind begrenzt – Sie können also nicht beliebig viel einzahlen. Aktuell liegt der Maximalbetrag für die Säule 3a bei CHF 6’883 für Personen, die einer Pensionskasse angehören (Stand 2021). Dieser Betrag gilt unabhängig davon, ob Sie Ihr Geld in eine 3a-Fondslösung, eine Versicherung oder ein 3a-Sparkonto einzahlen.

Selbständigerwerbende oder andere Personen, die keiner Pensionskasse angehören, können bis zu 20 % ihres jährlichen Erwerbseinkommens, im Jahr 2021 höchstens jedoch CHF 34'416, in die Säule 3a einzahlen.

Für die Säule 3b gibt es keinen solchen gesetzlichen Maximalbetrag. Dafür können Sie im Rahmen der Säule 3b aber nicht so viel steuerlich profitieren wie im Rahmen der Säule 3a. 

Je früher Sie mit Ihrer Vorsorge beginnen, desto grösser ist Ihr finanzieller Spielraum in der Zukunft und im Alter. Mit der 3. Säule können Sie über einen langen Zeitraum Geld ansparen und gleichzeitig weniger Steuern zahlen. Je früher, desto besser. Am besten starten Sie mit den Einzahlungen in die 3. Säule sobald Sie ins Berufsleben einsteigen. Bei der Liechtenstein Life können Sie bereits ab CHF 50 pro Monat eine Säule 3 eröffnen. So profitieren Sie zusätzlich vom sogenannten Zinseszinseffekt.

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Auszahlung der 3. Säule

Die Auszahlung Ihres Säule 3 Guthabens erfolgt im Regelfall bei Eintritt ins AHV-Rentenalter, jedoch frühestens fünf Jahre davor. Für Männer liegt das ordentliche Pensionierungsalter bei 65 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren (Stand 2021). Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus arbeitet, kann den Bezug des Säule 3a Guthabens bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit, jedoch maximal um fünf Jahre, aufschieben.

Die Säule 3a muss als Kapital bezogen werden. Ein Rentenbezug wie im Rahmen der 1. und 2. Säule ist in der Regel nicht möglich. Es ist aber möglich, mit diesem Geld eine Leibrente bei einer Versicherung zu erwerben und dadurch den Rentenbezug zu “simulieren”.

Wann ist ein Vorbezug der Säule 3a möglich?

In einigen Ausnahmefällen ist ein Bezug des angesparten Kapitals auch vor den fünf Jahren vor AHV-Renteneintritt möglich. Zu diesen ausserordentlichen Gründen zählen insbesondere:  

  • die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit (für bisher unselbstständig Erwerbstätige),
  • die Aufgabe der bisherigen selbständigen Erwerbstätigkeit und Aufnahme einer neuen, andersartigen selbständigen Erwerbstätigkeit (für bisher Selbständigerwerbende),
  • zum Erwerb von Wohneigentum,
  • bei definitivem Wegzug aus der Schweiz ins Ausland,
  • beim Bezug einer vollständigen Invalidenrente der IV.

Warum sind mehrere Säule 3 Konten vorteilhaft?

Was viele nicht wissen: Die Eröffnung von mehreren Säule 3 Konten kann sehr vorteilhaft sein. Diese sogenannte Staffelung der Säule 3a ist besonders profitabel, da Sie dadurch viel Steuern sparen können. Wer ein 3a-Konto auflöst, muss immer das ganze Guthaben aus diesem Konto beziehen. Eröffnen Sie deshalb am besten zwei bis drei 3a-Konten, damit Sie diese nach Ihrer Pensionierung über mehrere Jahre verteilt beziehen können.

Diesen Aufbau Ihrer 3. Säule sollten Sie bereits früh planen, sodass Sie die Einzahlungen langfristig auf die verschiedenen Konten gleichmässig verteilen können. Ihre jeweilige Steuerersparnis nach der Pensionierung ist zudem von dem Kanton abhängig, in dem Sie leben. 

Ein weiterer Vorteil der Staffelung Ihrer Säule 3a ergibt sich auch im Hinblick auf einen möglichen Bankenkonkurs. Mit der Aufteilung Ihres Guthabens auf mehrere Banken oder Versicherungen setzen Sie nicht “alles auf eine Karte”.

Beispiel

Wenn Sie im Kanton Fribourg leben, verheiratet sind, keine Kirchensteuer zahlen und beispielsweise drei Mal CHF 50’000 aus einem Säule 3a-Konto beziehen, können Sie dadurch eine Steuerersparnis in Höhe von bis zu CHF 4’503 erzielen. Beziehen Sie jedoch nur zwei Mal jeweils CHF 75’000 aus Ihren 3a-Konten sparen Sie lediglich CHF 3’292 an Steuern.

Tipps und Tricks: Wie nutzen Sie Ihre 3. Säule optimal?

  • Starten Sie so früh wie möglich mit der Einzahlung in Ihre 3. Säule

  • Eröffnen Sie mehrere 3a-Vorsorgelösungen, damit Sie diese später versetzt beziehen können

  • Zahlen Sie so viel wie möglich in die 3. Säule ein

  • Achten Sie auf eine Säule 3 Lösung mit niedrigen Gebühren und höchstmöglichen Zinssätzen

  • Bedenken Sie einen langfristigen Anlagehorizont

  • Es kann sich lohnen, 3a-Kapital vorzeitig zu beziehen und in die Pensionskasse einzuzahlen

  • Lassen Sie 3a-Guthaben nicht im gleichen Jahr wie Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben auszahlen

Was sollten Sie bei Ihren Steuern beachten?

Bei der Auszahlung Ihrer Säule 3 sollten Sie beachten, dass die Kapitalleistungen mit denen aus Ihrer Pensionskasse zusammengezählt und gesondert vom übrigen Vermögen und Einkommen besteuert werden. Je höher die Bezüge sind, die Sie in einem Jahr erhalten, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Deshalb ist es ratsam, die Säule 3a-Leistungen nicht im selben Jahr zu beziehen wie die Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben. 

Es bietet sich unter anderem an, 3a-Guthaben vorzeitig zu beziehen und in die Pensionskasse einzuzahlen. Die Steuerersparnis, die man mit der Einzahlung in die Pensionskasse erzielt, ist nämlich grösser als die Steuer, die beim Bezug dieser Guthaben fällig wird. Den Betrag sollten Sie frühestens ein Jahr nach dem Bezug des 3a-Guthabens in die Pensionskasse einzahlen, da die Steuerbehörden sonst eine bewusste Steuerumgehung unterstellen könnten.

Ausserdem können Sie, wie bereits erläutert, mit einem gestaffelten Bezug die Progression bei der Bundessteuer und auch bei den meisten Kantonssteuern brechen.  

Durch diesen Artikel ist Ihnen hoffentlich klar geworden, wie wichtig Ihre Altersvorsorge durch die 3. Säule ist. Kontaktieren Sie am besten gleich einen unserer Berater.

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Quellen

  1. https://www.vermoegenszentrum.ch/ratgeber/wissensbeitrage/privatkunden/vorsorge-optimieren/10-tipps-saeule-3a.html#Er%C3%B6ffnen%20Sie%20zwei%20bis%20drei%203a-Konten,%20damit%20Sie%20sie%20sp%C3%A4ter%20%C3%BCber%20mehrere%20Jahre%20verteilt%20beziehen%20k%C3%B6nnen.
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