ETF als Altersvorsorge

ETF als Altersvorsorge
24. August 2021
Das Wichtigste im Überblick
  • ETF steht für „exchange-traded fund“ und bezeichnet einen Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird

  • ETFs gelten als transparent und sicher 

  • Es wird zwischen physischen und synthetischen ETFs unterschieden

  • Die Total Expense Ratio (TER) ist eine Kennzahl für die Gesamtkosten eines Fonds

  • Eine Alternative zum Sparplan ist die ETF-Rentenversicherung

  • Achten Sie auf einen langfristigen Anlagehorizont und einen guten ETF-Anbieter

Sicherheit im Ruhestand

Private Altersvorsorge ist so wichtig wie nie. Eine Möglichkeit dafür sind Geldanlagen, beispielsweise sogenannte ETFs. Weil sie besonders günstig sind, kommen sie auch für junge Menschen infrage. Und wegen ihrer Struktur gelten sie als vergleichsweise sicher. Warum das so ist und wie Sie ETFs für Ihre Altersvorsorge nutzen können, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist ein ETF?

ETF steht für „exchange-traded fund“ und bezeichnet einen Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird. Das Besondere dabei ist, dass ein ETF einen Börsenindex abbildet, weshalb auch der Begriff Indexfonds geläufig ist. Bei einem ETF investieren Banken oder Fondsgesellschaften das Geld ihrer Anleger in alle Wertpapiere, die in dem jeweiligen Index enthalten sind. Änderungen am Index – wenn beispielsweise ein Unternehmen neu hinzukommt oder ausscheidet – werden auch im ETF umgesetzt. 

Gut zu wissen

Ein Börsenindex fasst bestimmte, an der Börse gehandelte, Grössen zusammen. Das kann in etwa ein Aktienindex sein, der Aktien zu mehreren börsennotierten Unternehmen zusammenfasst. Je nach Index müssen diese Unternehmen bestimmte Anforderungen erfüllen. So fasst beispielsweise der DAX, der deutsche Aktienindex, die (aus Sicht des deutschen Aktienmarkts) 30 grössten deutschen Unternehmen zusammen. 

Was ist der Unterschied zu klassischen Fonds?

Sie ziehen einen ETF als Altersvorsorge in Betracht? Dann ist es gut, den Unterschied zu klassischen Investmentfonds und ETFs zu kennen: Im Gegensatz zu einzelnen Aktien können Sie mit einem Fonds einfach in ganze Märkte statt in einzelne Unternehmen investieren. Weitere Unterschiede sind:

  • Klassische Fonds betreut in der Regel aktiv ein Fondsmanager. Sie gelten daher als aktive Anlagen.
  • Ein Fondsmanager versucht, durch den Kauf und Verkauf von Wertpapieren einen bestimmten Vergleichsindex zu übertreffen und eine höhere Rendite zu erwirtschaften. Beim ETF dagegen soll das Ergebnis des Vergleichsindex erzielt werden.  
  • Nicht bei jedem klassischen Fonds können die Anleger die Handlungen des Fondsmanagers einsehen und nachvollziehen. Ausserdem kann der Manager und damit auch die Anlagestrategie wechseln.
  • Kosten für Manager und Verwaltung machen klassische Fonds normalerweise teurer als ETFs. Sie müssen daher eine gewisse "Über"-Rendite erzielen, um sich für die Anleger zu lohnen. 

Was ETFs für die Altersvorsorge ausserdem attraktiv macht: Der durchschnittliche ETF gilt als sehr transparent und übersichtlich, denn schliesslich sind die Vergleichsindizes problemlos einsehbar. Aber dass ein ETF nur einen Index abbildet und nicht versucht „den Markt zu schlagen“, also möglichst hohe Renditen zu erzielen, kann sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein – abhängig davon, was Sie für ein Anlagetyp sind und welches finanzielle Ziel Sie anstreben.

Um Ihr angelegtes Geld müssen Sie sich aber weder beim aktiven noch beim passiven Investment Sorgen machen: Wie auch klassische Fonds gelten ETFs als Sondervermögen. Damit ist Ihre Geldanlage auch bei Insolvenz des Anbieters geschützt.

Zwischen welchen Indexfonds können Sie wählen?

ETF ist nicht gleich ETF:

  • Beim physischen ETF werden eins zu eins die Wertpapiere eines bestimmten Index nachgekauft. Voraussetzung ist, dass dieser nicht zu gross ist. Andernfalls wird meist nur eine Auswahl der Wertpapiere erstanden.
  • Der synthetische ETF hingegen kann auch Wertpapiere enthalten, die eigentlich nicht Teil des abgebildeten Index sind. Ausserdem erzielt der synthetische ETF Gewinne, indem der ETF-Anbieter Sicherheiten von einem Finanzpartner wie einer Bank erhält. Diese bekommt im Tausch („Swap“ genannt) eine Auswahl an Wertpapieren.

Zusätzlich lässt sich auch die Art der Gewinnbeteiligung differenzieren:

  • Ein ausschüttender ETF gibt die Dividenden gesammelt an die Anleger weiter.
  • Beim wiederanlegenden oder thesaurierenden ETF werden die Ausschüttungen direkt wieder in den Fonds investiert.

Was kosten ETFs?

Ein ETF soll vor allem Kosten minimieren. Da kein Manager den Fonds verwaltet, sind Indexfonds vergleichsweise günstig. Diese Kosten geben sie dann an Sie als Kunden weiter.

Inwiefern Kosten Ihre Rendite mindern, erkennen Sie anhand der sogenannten Total Expense Ratio (TER). Dies ist eine Kennzahl für die Gesamtkosten eines Fonds. Nicht enthalten in der TER sind die Transaktionskosten. 

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Wie betreiben Sie mit einem ETF Altersvorsorge und Vermögensaufbau?

Es ist wichtig, privat für das Alter vorzusorgen. Eignet sich ein ETF als Altersvorsorge?

Vorab: Mit einem ETF lässt sich genauso viel Rendite erzielen, wie die Investoren des jeweiligen Börsenindex erwirtschaften – bei deutlich geringeren Kosten. Das zählt gerade in der aktuellen Ära der Niedrigzinsen: Dank dieser Kostenminderung liegt die Ziel-Rendite von ETFs auch in Zeiten niedriger Zinsen oft noch sehr hoch. Darum eignen sich ETFs gut für den Vermögensaufbau

Das passende Finanzprodukt für die Altersvorsorge mit einem ETF

Da ETFs verhältnismässig günstig sind, kommen sie auch für Privatanleger infrage. Ausschlaggebend ist hier allerdings die Wahl des richtigen Produkts für eine effektive Altersvorsorge mit ETFs. 

ETF-Sparpläne

Einen ETF-Sparplan können Sie sich relativ unkompliziert sowohl bei Online-Anbietern als auch bei klassischen Banken einrichten. Dazu legen Sie sich einfach ein Depot bei dem Anbieter Ihrer Wahl an. Anschließend suchen Sie sich den Index aus, in den Sie investieren möchten und legen Ihre persönliche Sparrate fest. Diese können Sie auch später noch flexibel verändern: Sollte das Geld einmal knapp sein, können Sie die Einzahlung aussetzen. Und sollten Sie einmal mehr Finanzmittel zur Verfügung haben, können Sie Ihre Rate erhöhen. 

Von Ihren Einzahlungen werden anschliessend jeden Monat Wertpapiere Ihres ausgewählten Index gekauft. Das passiert bis zu einem von Ihnen gewählten Zeitpunkt: Sie können sich Ihren Sparplan jederzeit auszahlen lassen.

ETF-Rentenversicherung

Die Alternative zum Sparplan ist die ETF-Rentenversicherung. Ihr Name verrät: Bei der ETF-basierten Altersvorsorge ist sie eher als langfristige Versicherung zu sehen. Der Ansparprozess ist dabei derselbe wie beim ETF-Sparplan: Auch für die Rentenversicherung investieren Sie einen regelmässigen Betrag. 

Der Unterschied zwischen beiden Anlageformen wird erst bei der Auszahlung deutlich. So können Sie sich zwar auch das Geld aus der ETF-Rentenversicherung auf einmal auszahlen lassen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit monatlicher Auszahlungen –sogenannte Verrentung. In beiden Fällen werden die Auszahlungen allerdings steuerlich unterschiedlich gehandhabt.

Was gilt es bei der Investition in ETFs zu beachten?

Gerade bei einem ETF-Sparplan besteht die grösste Herausforderung darin, gelassen und souverän auf Marktentwicklungen zu reagieren. So sollten Sie mindestens 10 bis 15 Jahre „durchhalten“ und Ihnen Ihre Investition nicht vorschnell auszahlen lassen. Nur so lassen sich Risiken wie Wertverluste hinreichend ausbalancieren.

Und ganz gleich, ob Sparplan oder Rentenversicherung: Die Wahl des ETF-Anbieters ist entscheidend. Die sollten Sie nicht ausschliesslich anhand der laufenden Kosten des Indexfonds treffen. Zwar suggerieren niedrige laufende Kosten eine höhere Rendite, aber in der Realität ist dies nicht zwangsweise auch der Fall.

Am besten informieren Sie sich auch über Alternativen von ETFs und finden so die Altersvorsorge, die am besten zu Ihnen passt.

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Quellen

  1. https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/ (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)
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