Was sagt Ihnen Ihre Renteninformation?

Was sagt Ihnen Ihre Renteninformation?
23. August 2021
Das Wichtigste im Überblick
  • Die Renteninformation gibt Auskunft darüber, wie hoch Ihre Regelaltersrente voraussichtlich ausfallen wird.

  • Verwechseln Sie die Renteninformation nicht mit dem Rentenbescheid und der Rentenauskunft.

  • Versuchen Sie, die Rentenlücke anhand der Renteninformation zu schließen.

Renteninformation: Die Grundlage für weitere Planung

Das Berufsleben hat gerade erst begonnen und der Ruhestand ist noch Jahrzehnte entfernt: Besonders1 für junge Leute ist Altersvorsorge kein attraktives Thema. Sich frühzeitig mit der Altersrente auseinanderzusetzen bedeutet jedoch, später böse Überraschungen zu vermeiden. 

Dabei hilft Ihnen die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch Ihre Regelaltersrente voraussichtlich ausfallen wird – eine wichtige Basis, um zusätzliche private Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Wie unterscheiden sich Renteninformation, Rentenauskunft und Rentenbescheid?

Die Renteninformation ist noch keine 20 Jahre alt: Seit 2002 verschickt die Deutsche Rentenversicherung sie jedes Frühjahr an ihre Versicherten. Genau genommen an jene, die mindestens 27 Jahre alt sind und schon fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. So lässt sich ungefähr absehen, mit welchen Leistungen Sie von Seiten des Staats im Alter rechnen können.

Im selben Atemzug wie die Renteninformation werden häufig auch Rentenauskunft und Rentenbescheid genannt. Zwar haben alle drei einen ähnlichen Zweck – Sie über die Höhe Ihrer Rente zu informieren – unterscheiden sich jedoch in ihrer Form, Bedeutung und Verbindlichkeit.

Wie sie sich im Einzelnen voneinander unterscheiden, erfahren Sie hier:

  • Die Renteninformation informiert Sie über Ihren aktuellen Rentenanspruch und Ihre prognostizierte Rentenhöhe. Sie wird jedes Frühjahr automatisch versendet. Sie können sie jedoch auch direkt bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern. 
  • Ab dem 55. Lebensjahr bekommen Sie statt der Renteninformation alle drei Jahre die Rentenauskunft. Sie ist deutlich ausführlicher und enthält neben Ihrem kompletten Versicherungsverlauf auch Informationen zur Hinterbliebenenrente und zur Rente wegen Erwerbsminderung.
  • Haben Sie Ihren Rentenantrag gestellt, erhalten Sie vor Rentenbeginn Ihren  Rentenbescheid. Im Gegensatz zu Renteninformation und Rentenauskunft sind die Informationen darin verbindlich. Das heißt, die angegebene Rentenhöhe entspricht den Zahlungen, die Sie zukünftig erwarten können.

Worüber gibt die Renteninformation Auskunft? 

Liegt Ihr Rentenbescheid noch in der (fernen) Zukunft, können Sie Ihre Renteninformation nutzen, um effektiv Ihre Altersvorsorge zu planen. Dazu ist es wichtig, dass Sie die Angaben in der Renteninformation eindeutig zuordnen können. Ihre Renteninformation gibt Auskunft über:

  • Beitragszeiten: Sie erfahren, welche Zeiten Ihres Lebens in Ihr Rentenkonto mit eingeflossen sind. Inwiefern sich beispielsweise Arbeitslosigkeit oder Elternzeiten auswirken, erklären wir Ihnen weiter unten.
  • Datum der Regelaltersrente: In der Renteninformation steht auch, wann Ihr Rentenanspruch in Kraft tritt.
  • Erwerbsminderungsrente: Falls Ihre Arbeitsfähigkeit durch Ihre Gesundheit eingeschränkt wird, haben Sie Anspruch auf den angegebenen Betrag.
  • Regelaltersrente: Als vielleicht wichtigste Zahl in der Renteninformation zeigt Ihnen die „Höhe der künftigen Regelaltersrente“ an, wie hoch Ihre Altersrente zum aktuellen Zeitpunkt ausfallen würde.
  • Rentenanpassung: Die Rente wird immer wieder angepasst und um wenige Prozent erhöht. Deshalb enthält die Renteninformation auch eine Schätzung darüber, welcher Betrag unter Berücksichtigung der Rentenanpassung auf Ihrem Rentenbescheid stehen kann.
    Bitte beachten Sie, dass alle drei Geldbeträge auf Ihrer Renteninformation Brutto-Angaben sind. Das heißt, Sie müssen davon auch noch Krankenkasse, Steuern und Sozialabgaben zahlen.
  • Zusätzlicher Vorsorgebedarf: In der Renteninformation findet sich auch ein Hinweis auf die Rentenlücke – also den Unterschied zwischen Ihrem Einkommen und Ihrer späteren Altersrente. Auch die Inflation – der Kaufkraftverlust von Geld – wird erwähnt. Beides sollten Sie bei der Wahl Ihrer privaten Altersvorsorge im Hinterkopf behalten.
  • Grundlagen der Rentenberechnung: Für mehr Transparenz erfahren Sie hier, wie sich Ihre Rente berechnet und wie die Rentenformel funktioniert.
  • Rentenbeiträge und Entgeltpunkte: Die Entgeltpunkte geben Auskunft über Ihre Einzahlungen in die Rentenversicherung und sind somit der wichtigste Teil Ihrer Rentenrechnung. Sie sammeln sie Ihr ganzes Arbeitsleben lang abhängig von Ihrem Gehalt. Entspricht dieses genau dem aktuellen Durchschnittsgehalt, bekommen Sie einen Entgeltpunkt (bei besserem Verdienst mehr, bei schlechterem weniger). Anhand Ihrer Entgeltpunkte der letzten fünf Jahre wird Ihr voraussichtlicher Rentenanspruch geschätzt. 

Entgeltpunkte: Welche Zeiträume werden in der Renteninformation angerechnet?

Auch in den Zeiten, in denen Sie nicht berufstätig waren, sammeln Sie Entgeltpunkte:

  • Mütterrente: Für die Elternzeit bekommen Sie  pro Kind 2,5 (vor 1992 geboren) beziehungsweise 3 (nach 1992 geboren) Entgeltpunkte angerechnet.
  • Ausbildungszeiten: Eine Berufsausbildung gilt als beitragsgeminderte Zeit und wird deshalb so bezuschusst, dass Ihre Entgeltpunkte (maximal) 75 % des gesamtdeutschen Durchschnittsgehalts widerspiegeln.
  • Wehrdienst und Zivildienst: Auch hier gibt es Punkte – je nach Zeitpunkt Ihres Dienstes  zwischen 0,75 bis 1 Entgeltpunkte.
  • Arbeitslosigkeit: Beziehen Sie Arbeitslosengeld I zahlt die Bundesagentur für Arbeit Ihre Rentenbeiträge, sodass Sie auch in Zeiten ohne Job abgesichert sind. Als Bemessungsgrundlage werden dabei 80 Prozent Ihres vorherigen Bruttogehalts genommen. Anders sieht es bei Arbeitslosengeld II aus: Seit dem 1. Januar 2011 zahlt das Jobcenter bei Bezug von Hartz 4 keine Beiträge mehr. Trotzdem wird die Zeit der Arbeitslosigkeit auf die Rente angerechnet, beispielsweise um die Wartezeit von 35 Jahren zu erfüllen.

Die in diesen Zeiträumen gesammelten Entgeltpunkte beziehungsweise die dementsprechenden Zahlungsbeträge werden ebenfalls in der Renteninformation aufgelistet. 

Was sollten Sie bei Ihrer Renteninformation beachten?

Die Renteninformation ist nur eine vorläufige Schätzung Ihres späteren Rentenanspruchs. Wie bereits erwähnt, fehlt hier unter anderem die Berechnung einer möglichen Netto-Rente. Die prognostizierte Rentenhöhe fällt also noch einmal etwas niedriger aus. Auch werden Zu- und Abschläge wegen vorgezogenem oder verschobenem Renteneintritt nicht berücksichtigt.

Wie können Sie den Renteneintritt vorziehen oder verschieben?

Das Renteneintrittsalter hängt vom Geburtsjahrgang ab. Demnach gilt für alle nach 1964 geborenen die reguläre Rente mit 67 Jahren. Alle Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren wurden und früher in die Rente eintreten möchten, müssen pro Jahr Abschläge auf ihre Rentenzahlung in Kauf nehmen. Der vorzeitige Renteneintritt geht mit Abschlägen von 0,3% pro Monat einher. 

Wer seine Rente hingegen später in Anspruch nimmt, kann mit Zuschlägen von 0,5% pro Monat rechnen. Außerdem werden zusätzliche Entgeltpunkte angerechnet, da länger in die Rentenkasse eingezahlt wird. 

Damit Sie beim Erhalt Ihres Rentenbescheids keine negative Überraschung erleben, sind die geschätzten Beträge der Renteninformation mit Vorsicht zu genießen. Für zusätzliche Sicherheit können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung Ihren Versicherungsverlauf anfordern – ganz unkompliziert online. Sie bekommen dann zur sogenannten Kontenklärung eine ausführliche Rentenauskunft. Mit dieser können Sie auch prüfen, ob alle relevanten Beitragszeiten in Ihrem Rentenkonto erfasst wurden.

Wie schließen Sie die Rentenlücke anhand der Renteninformation?

Wenn Sie Ihre Renteninformation bekommen, werden Sie vermutlich schnell feststellen: Ihre Rente ist deutlich niedriger als das Gehalt, das Sie sich für die Zeit vor dem Renteneintritt wünschen. Der Grund dafür ist, dass immer weniger junge Erwerbstätige für immer mehr Rentner und Rentnerinnen Beiträge zahlen müssen. Die so entstehende Rentenlücke (auch Versorgungslücke genannt) können Sie jedoch durch private Altersvorsorge effektiv schließen.

Um Ihren finanziellen Vorstellungen zu entsprechen, ist allerdings die Wahl der Vorsorgeform ausschlaggebend: Galten Sparpläne und Lebensversicherungen lange als zuverlässig und sicher, sind sie wegen der heutigen Niedrigzinsen in den meisten Fällen keine ökonomisch sinnvolle Option mehr. Stattdessen erfreuen sich Investitionen bei den sonst als anlagescheu geltenden Deutschen zunehmender Beliebtheit. Neben Investitionen in Aktien oder Immobilien bieten sich vor allem fondsgebundene Rentenversicherungen an. Sie verbinden die finanziellen Erfolgschancen von Fonds mit der Sicherheit einer Rentenversicherung. Am besten informieren Sie sich schon jetzt über Finanzprodukte, die zu Ihrer Altersplanung passen!

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Quellen

  1. https://www.vdk.de/deutschland/pages/rente/74612/muetterrente_rente_kinder_anspruch
  2. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Azubis-Studierende-und-Berufseinsteiger/Azubis/azubis_node.html
  3. https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/256.html
  4. https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/musterrechnung-der-rentenversicherung-arbeitslos-elternzeit-auszeit-so-viel-rente-verlieren-sie-in-zwei-jahren_id_7085277.html
  5. https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/arbeitslosengeld-ii-rente/
  6. https://www.bmas.de/SharedDocs/Bilder/DE/Themen/Rente/Infografiken-Rentenpaket/rentenpaket-faq-renteneintrittsalter.html
  7. https://www.rente.com/gesetzliche-rentenversicherung/renteneintrittsalter/
  8. https://www.rente.com/gesetzliche-rentenversicherung/renteneintrittsalter/
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